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Mit der Sauna warm werden

Eine Einführung für Sauna-Neulinge

Die Sauna ist zwar in vielen Sportstudios Teil des Angebots, aber nicht jeder war schon mal drin. Für diejenigen, die den Ablauf kennen lernen wollen (und die wissen möchten, wie die Sauna wirkt) habe ich diesen Artikel geschrieben.

Fühlst Du Dich gut?

Der Besuch einer Sauna ist sehr anstrengend für Herz und Kreislauf. Wenn Du nicht fit bist - und sei es nur nach einer durchzechten Nacht oder während einer Erkältung - gehörst Du nicht in die Sauna! Die Gefahr eines Kreislaufkollaps ist dann zu hoch. Wenn Du trotzdem gehst bist Du kein harter Mann, sondern ein dummer Mann. Wenn Du großes Pech hast sogar ein toter Mann. Ich gehe seit zwanzig Jahren regelmäßig zwei Mal die Woche in die Sauna und habe in dieser Zeit etwa ein Dutzend Zusammenbrüche erlebt (keiner tödlich, zum Glück). Es gibt keine Gefahr, wenn Du Dich an zwei einfache Regeln hältst:

  1. Gehe nur dann in die Sauna, wenn Du gesund und fit bist
  2. Bleibe nur so lange in der Sauna, wie Du Dich darin wohl fühlst

Was muss ich mitnehmen?

Wie läuft der Saunagang ab?

Als erster Punkt steht immer die Dusche auf der Tagesordnung! Der Staub und Schweiß des Tages gehört nicht in die Schwitzkabine! Tipp: achte darauf, dass Deine Haare trocken bleiben, sonst kühlen sie den Kopf und Du brauchst viel länger, um in Schweiß zu kommen.

So, rein in die Kabine! Und wohin setze ich mich? Hier gibt es (meist) drei Bänke in verschiedenen Höhen. Je tiefer eine Bank liegt desto kühler ist sie (Hitze steigt bekanntlich nach oben), und desto weniger musst Du bereits an die Hitze der Sauna gewöhnt sein. Wenn Du Anfänger bist und noch nicht genau weisst, wo Du Dich am wohlsten fühlst, solltest Du unten anfangen. Höher steigen kannst Du später immer noch!

Auch wenn Du eine Menge Leute liegen siehst solltest Du Dich zunächst setzen, bis sich Dein Körper an die Umgebung gewöhnt hat. Das dauert zwei bis drei Minuten. Danach kannst Du Dich hinlegen, es ist aber nicht unbedingt nötig. Für den Kreislauf ist es besser, und Du kannst Dich leichter entspannen. Allerdings ist es wichtig, sich zwei bis drei Minuten vor Verlassen der Kabine wieder hinzusetzen, damit Dein Kreislauf sich beim Aufstehen nicht verabschiedet. Wenn Du nicht abschätzen kannst, wann Du die Kabine verlassen wirst - das kommt erst mit ein wenig Erfahrung - solltest Du unbedingt sitzen bleiben, um die Kabine jederzeit verlassen zu können.

Die Dauer Deines Aufenthaltes in der Kabine hängt davon ab, wie wohl Du Dich fühlst. Zwölf bis fünfzehn Minuten sollten aber nicht überschritten werden (die Sauna ist wirklich nicht der richtige Ort für Aushalte-Wettämpfe). Wenn möglich solltest Du aber auch nicht weniger als acht Minuten in der Kabine bleiben. Das ist der Zeitraum, die Dein Körper braucht, um sich an die Temperatur anzupassen. Abbrüche in diesem Zeitraum mag der Körper gar nicht. Aber lieber vorher rausgehen als zusammenbrechen! In der Kabine hängen meist zwei, drei Sanduhren. Nutze sie zu Beginn, denn die innere Uhr des Körpers wird durch die Wärme der Sauna "verstellt". Du kannst Dich nicht auf Dein Gefühl verlassen.

Nach Verlassen der Sauna gehst Du nicht zum Tauchbecken, sondern an die frische Luft. Jede Sauna sollte einen Hof oder Garten haben, in den Du für eine Minute (reicht locker) gehst, um die Lunge wieder auf die richtige Temperatur zu bringen. Ihre Temperatur steigt in der Kabine um etwa ein Grad an. Das muss als Erstes wieder normalisiert werden!

Aber jetzt! Tauchbecken? Schlauchguss? Nee, Dusche! Runter mit dem Schweiß, der gehört nicht ins Tauchbecken! Du solltest allerdings die kalte Dusche verwenden; erst Arme und Beine vorsichtig nass machen, dann erst den Rumpf. Ist wieder wichtig für den Kreislauf. Und jetzt endlich darfst Du rein ins Tauchbecken! Wenn Du möchtest, natürlich. Denn das Tauchbecken ist kein Muss bei der Sauna, sondern ein zusätzliches Bonbon. Falls Du keinen Spaß daran hast (oder so lange draußen warst, dass Dir die kalte Dusche bereits unangenehm ist) lässt Du es einfach bleiben.

Gut durchgekühlt? Zeit für die ansteigenden Fußbäder. Dazu werden die Füße in Eimer oder Becken mit warmen Wasser gestellt und gelegentlich heißes Wasser zugeschüttet. Auch kein Muss, sondern ein Bonbon, das den Kreislauf und die Entspannung fördert. Ist einfach angenehm.

Mut zur Faulheit? Na, hoffentlich! Sehr schön ist es nämlich, sich jetzt in Ruhe in den Liegeraum zu bewegen und die Beine hochzulegen. Bitte ein Handtuch unterlegen oder einen Bademantel anziehen, das sehen die anderen Gäste lieber, der Hygiene wegen. Und damit es angenehm warm bleibt: wickle Dir ein trockenes Handtuch um die Füße. Wirkt Wunder!

OK, Zeit für einen zweiten Gang in die Kabine. Oder einen Dritten. Viel Vergnügen!

Was bringt's?

Die Sauna trainiert den Kreislauf und das Herz. Durch den ständigen Wechsel von sehr heiß zu sehr kalt wird das Blut ständig zwischen Haut und Innenbereich hin und her transportiert. Dadurch werden die Muskeln der Adern (ja, sie haben welche) und die Leistungsfähigkeit des Herzens gefördert. Bei plötzlichem Wetterwechsel kann der Körper nun sehr viel schneller reagieren und dadurch Erkältungen verhindern.

Durch das starke Schwitzen (bei einem normalen Saunabesuch verlierst Du etwa einen Liter Schweiß) wird außerdem viel Dreck aus den Zellen geschwemmt, der sich beim Training ansammelt (Stichwort: Muskelkater). Deswegen solltest Du auch nicht während eines Saunabesuchs trinken, sondern erst danach. Zusätzlich werden durch den Schweißfluss die Poren so stark "durchgespült", dass die Pickelbildung verringert oder gar verhindert wird.

Außerdem wirkt die Hitze in der Sauna auf das vegetative Nervensystem. Du wirst ruhiger, entspannter. Ein Besuch in der Sauna ist ein hervorragendes Mittel, um Stress abzubauen.

Falls Du allerdings glaubst, mit der Sauna Gewicht zu verlieren, bist Du leider im Irrtum: Du verlierst kein Fett sondern nur Flüssigkeit. Die wird nach dem Besuch rasch wieder aufgefüllt: Du hast ganz einfach mehr Durst.