Kohlenhydrate und Balaststoffe
Kohlenhydrate teilen sich in drei Gruppen. Da gibt es zunächst die Einfachzucker. Das sind so kleine Bausteine, dass sie nicht erst im Darm vorbereitet werden müssen. Sie können sofort ins Blut gehen und liefern damit besonders schnell Energie. Zu dieser Gruppe gehören der normale Haushaltszucker (Saccharose), der Fruchtzucker (Fructose) sowie der Zuckeraustauschstoff Sorbit. Die Einfachzucker liefern ausschließlich Energie, sonst nichts. Wenn Du unbedingt Süßwaren oder süßes Obst essen willst, dann solltest Du nicht mehr als 30 Gramm Zucker am Tag zu Dir nehmen.
Die zweite Gruppe sind die Mehrfachzucker, die man auch Stärke nennt. Sie bestehen aus mehreren Einfachzuckern, die "zusammengeklebt" sind und erst wieder getrennt werden müssen, bevor sie in das Blut übergehen und damit verbrannt werden können. Es dauert also länger, diese Kohlehydrate zu verdauen. Außerdem ist Stärke meistens mit Vitaminen, Mineralien und anderen, lebenswichtigen Stoffen "verunreinigt". Stärke kommt vor allem in Kartoffeln, Getreide und Gemüse vor. Wir brauchen von ihr 270 bis 300 Gramm am Tag.
Als dritte Gruppe gibt es noch die Balaststoffe. Das sind Kohlehydrate, die unser Körper nicht verdauen kann und so wieder ausgeschieden werden, wie sie gegessen wurden. Dadurch sind sie für unsere Ernährung besonders wichtig. Was wir auf unseren Tellern haben ist nämlich zu wertvoll. Der Körper will nichts davon ungenutzt wegwerfen. Je wertvoller unsere Nahrung ist, also je mehr Energie und Baustoffe sie enthält, desto länger wird sie im Darm bleiben, weil unser Körper Zeit braucht, um alle Bausteine zu verdauen und ins Blut zu übernehmen. Das ist aber nicht gesund, denn wenn der Nahrungsbrei zu lange im Darm bleibt beginnt er zu faulen. Der Darm ist nämlich ein Paradies für Bakterien. Einige Sorten sind gut für uns, helfen sogar bei der Verdauung. Leider werden durch "zu wertvolle" Nahrung die "schlechten" Bakterien gefödert... Also ist für uns eine Nahrung gut, die einerseits alles enthält, was wir brauchen, andererseits aber so viel Ballaststoffe enthält, dass sie nicht zu lange im Darm verbleibt. Konkret bedeutet das für uns, dass wir am Tag etwa dreißig Gramm Balaststoffe brauchen.
Um die Kohlehydrate aus dem Blut zu filtern, zu verbrennen oder zu speichern gibt es einen "Fänger", das Insulin. Wenn es nicht ausreichend produziert wird, kann der Körper die wertvollen Kohlenhydrate nicht nutzen und scheidet sie über die Niere mit dem Harn wieder aus (So wurde bis etwa 1900 diese Krankheit festgestellt: der Harn schmeckt süß. Darum heisst diese Krankheit auf griechisch "süßer Harn": Diabetes melitus). Letzten Endes bedeutet das, dass der Patient verhungert, obwohl er genügend isst. Um dem Körper nicht mehr Kohlehydrate anzubieten als er mit seinen veringerten Insulinmengen verarbeiten kann, muss ein Diabetiker also vermeiden, viel Kohlehydrate auf einmal zu essen. Statt dessen werden staändig kleine Mengen gegessen: viele, kleine Mahlzeiten am Tag, die viel Stärke und möglichst wenige Einfachzucker enthalten. Leichte Formen der Zuckerkrankheit kann man so auch ohne zusätzliche Gaben von Insulin in den Griff bekommen.