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Testosteron

Das wichtigste männliche Sexualhormon

Testosteron ist das Hormon, das den Mann zum Mann macht. Es regt die Produktion von Samenzellen an, stärkt die Muskelzellen, baut Körperfett ab, lässt Haare und Bart wachsen und sorgt für eine männliche Körperform.

Die Zellen, die Testosteron produzieren, sitzen besonders in den Hoden (lateinisch: Testes; daher der Name) und in der Nebennierenrinde. Auch Frauen produzieren Testosteron, wenn auch in wesentlich geringeren Mengen. Naturgemäß sind bei ihnen die meisten Zellen statt in den Hoden in den Eierstöcken untergebracht.

Testosteron beeinflusst den Körperbau sehr stark. Deswegen ist es im Bodybuilding sehr beliebt. Es sorgt für die typisch männliche Verteilung von Fett (bei Männern sitzt es besonders an den Hüften, während Frauen besonders an Gesäß und Oberschenkeln Fett einlagern), für die stärkere Körperbehaarung und die dickeren Haare von Männern; selbst die Form, in der die Schamhaare wachsen - bei Frauen dreieckig, bei Männern trapezförmig - wird durch dieses Hormon bestimmt. Doch die Wirkung, die von Bodybuildern besonders geschätzt wird, ist der aufbauende (anabole) Effekt auf die Muskulatur. Testosteron fördert nämlich den Aufbau und die Verstärkung der Muskelfasern, besonders der roten Muskelfasern. Dieser Effekt ist sehr stark, und zusammen mit den anderen, oben genannten Wirkungen führt ein hoher Testosteronspiegel im Blut automatisch zu einer klassisch männlichen Körperform.

Allerdings ist Testosteron nur in zweiter Linie ein Hormon, das den Körperbau beeinflusst. In erster Linie ist es das wichtigste Steuerungselement des Körpers, um die Fruchtbarkeit des Mannes sicher zu stellen. Je mehr Testosteron im Blut ist, desto mehr Samenzellen werden produziert. Und um so brünftiger (wie soll ich es sonst nennen?) wird der Mann.

Klingt eigentlich nicht so schlimm, meinst Du? Grinst vielleicht auch noch süffisant? Nee, das ist ein Irrtum. Ich kenne einige Testosteron spritzende Bodybuilder, die von ihren Freundinnen verlassen wurden, weil sie zu stark durch die Athleten bedrängt wurden. Das entschärft die Lage für die Sportler auch nicht gerade. Außerdem verändert Testosteron den Charakter - kein Witz! - und macht die Männer agressiver. Im Profi-Bodybuilding hat es bereits mehrere Fälle von Totschlägen gegeben (zum Beispiel Bertil Fox als Täter und Ray McNeil als Opfer seiner Ehefrau, ebenfalls Bodybuilderin), die in Zusammenhang mit der höheren Agressivität durch Testosteron-Doping gebracht werden.

Alle Wirkungen, die Testosteron auf den Körper hat, werden rückgängig gemacht, sobald der Testosteronspiegel wieder sinkt. Das bedeutet also, dass der Athlet, der Wert auf diese zusätzlichen Änderungen legt, ständig Testosteron zuführen muss. Dadurch steigt aber die Gefahr, dass der Athlet unfruchtbar wird. Wenn nämlich der Körper merkt, dass der Testosteronspiegel oberhalb eines innerhalb des Körpers festgelegten Grenzwertes liegt, beendet er die eigene, natürliche Produktion. Dauert dieser Zustand lange Zeit an werden die Zellen, die Testosteron bilden, sogar völlig abgebaut. Das bedeutet: sobald die künstliche Zufuhr von Testosteron verringert oder eingestellt wird sinken die Samenproduktion und die Potenz bis auf Null - es hat also eine chemische Kastration stattgefunden. Nein, diese Formulierung ist absolut nicht übertrieben! Und die Beschreibung auch nicht. Ziemlich naheliegend, dass die Betroffenen nicht gerne darüber reden. Aber es gibt eine große Zahl von medizinisch dokumentierten Fällen, die genau diesen Vorgang belegen.

Wie bei allen Dopings gilt hier ganz besonders: überlege Dir, wie viel Dir Dein Körperbau wert ist. Und wie viel Dein Körper.

Und noch ein Hinweis für alle, die ihren Testosteron-Spiegel regelmäßig vom Arzt kontrollieren lassen: der Hormonspiegel im Blut schwankt ziemlich stark. Morgens ist er am höchsten und sinkt dann im Laufe des Tages allmählich ab. Der Grund: in der Nacht, wenn die Muskeln nicht arbeiten müssen, hat der Körper die meiste Energie, um "weniger wichtige Arbeiten" zu erledigen. Dazu gehört eben auch die Produktion von Testosteron. Deswegen solltest Du diese Messungen möglichst immer zur selben Uhrzeit machen lassen. (Eine Stunde Schwankung nach oben und unten ist aber in Ordnung.)
Danke an unseren Leser Esten-Paule für den Hinweis, dass diese Erläuterung fehlte.

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