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Glossar: Buchstabe A
- Abduktion
- Medizinisch für: Bewegung vom Körper weg. Gegenteil: Adduktion.
- Acetabulum
- Medizinische Bezeichnung für die Gelenkpfanne, in der der Oberschenkelknochen sitzt. Das Acetabulum (lateinisch: "Essignäpfchen") sitzt an der Stelle, an der die drei Teilknochen der Hüfte (Darmbein, Sitzbein und Schambein) zusammenwachsen. Bis zum Ende der Pubertät ist diese Gelenkpfanne nicht voll verknöchert; sehr starke Belastungen der Beine können bis dahin zu Rissen im Knorpel und zu Verformungen der Gelenkpfanne führen, was zu großen Problemen im weiteren Leben führt. Dies ist einer der Gründe, warum Jugendliche nicht mit zu grossen Gewichten trainieren sollten.
- Achillessehne
- Medizinisch: tendo calcaneus. Kräftige Sehne, die vom Unterschenkel zur Rückseite des Fußes zieht. Sie überträgt die Kraft von Wade und Schollenmuskel, so dass der Fuß nach hinten gezogen wird.
- Adduktion
- Medizinisch für: Bewegung zum Körper hin. Gegenteil: Abduktion.
- Adduktor
- Alle Muskeln, die in Richtung Körpermitte ziehen (lateinisch: adducere = heranziehen). Näher beschrieben in diesem Lexikon sind die Schenkelanzieher (Mm. adductores femori).
- Aminosäuren
- Die chemischen Bausteine der Eiweiße. Aus nur 20 verschiedenen Aminosäuren werden alle Zellen, Enzyme und Nerven aufgebaut. Zwölf von ihnen kann der Körper selber produzieren, acht, die essentiellen Aminosäuren, müssen mit der Nahrung aufgenommen werden.
- Anabolikum
- Ein Stoff mit direkter aufbauender Wirkung. Anabolika wirken auf den Zellstoffwechsel. Im Gegensatz zu Supplementen handelt es sich meist um körpereigene Stoffe, die künstlich zugeführt werden müssen.
Zu den bekanntesten Anabolika gehören Testosteron und STH. Prohormone gehören ebenfalls zu dieser Gruppe, weil aus ihnen Testosteron aufgebaut wird. Neben ihrer aufbauenden Wirkung haben sie Nebenwirkungen, die zum Teil unschön ("chemische Kastration"), zum Teil lebensgefährlich (Leberkrebs) werden können.
Die Einnahme von Anabolika im Sport gilt immer als verbotenes Doping. - Anatomie
- Die Lehre vom Aufbau des Körpers. In der Anatomie werden der Körper und seine Einzelteile beschrieben. Es wird sozusagen eine Bestandsaufnahme gemacht. Wie die einzelnen Teile zusammen arbeiten beschreibt die Physiologie, Krankheiten und krankhafte Veränderungen sind die Themen der Pathologie.
- Antagonist
- Muskeln können sich nur zusammenziehen, aber nicht selbst wieder dehnen. Deswegen müssen sie von einem Muskel, der die entgegen gesetzte Bewegung ausführt, wieder auseinander gezogen werden. Solche "Gegenspieler" - das ist der deutsche Ausdruck - werden medizinisch "Antagonisten" genannt.
- Anteversion
- Medizinisch für: Bewegung nach vorn. Gegenteil: Retroversion.
- Aponeurose
- Medizinisch für: Sehnenplatte. Sehnen sind normalerweise Stränge, ähnlich wie Drähte, die Muskeln und Knochen verbinden. Sie müssen aber nicht dünn sein, sondern könnnen auch breite Flächen bilden. Dann sind meistens mehrere Muskeln oder Muskelköpfe angewachsen. Die bekanntesten Aponeurosen sind die Sehnenplatte auf dem Bauch, die zwischen den beiden geraden Bauchmuskeln liegt und an Schambein und Brustbein angewachsen ist, sowie die Sehnenplatte an der Ellenbeuge, in der die drei Köpfe des Trizeps enden.
- Apophyse
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Ein Vorsprung an einem Knochen, an dem meist Bänder und Sehnen angewachsen sind. Bekannte Apophysen sind zum Beispiel der Trochanter major am Oberschenkelknochen oder Olekranon am Unterarm.
Da Apophysen während der Wachstumsphase des Körpers, also bis etwa 19 Jahren, nicht völlig verknöchert sind können sie bei überstarker Belastung (zum Beispiel intensivem Krafttraining) vom Knochen abreißen. - Asthenische Konstitution
- Einer der vier Konstitutionstypen nach Kretschmer. Der Astheniker ist ein magerer, schmaler, hoch gewachsener Mensch ("langes Elend"). Er hat schmale Schultern und einen schmalen Brustkorb, auch sein Kopf ist lang und schmal.
Wie alle Konstitutionstypen kommt auch der asthenische Typus selten in der reinen Form vor wie er hier skizziert wurde. Meist ist er mehr oder weniger stark mit einem der anderen Konstitutionstypen vermischt. - Athletische Konstitution
- Einer der vier Konstitutionstypen nach Kretschmer. Der Athlet zeichnet sich durch kräftige Muskulatur und Knochen aus. Dadurch sind auch die Gesichtszüge sehr markant. Er hat breite Schultern und einen großen Brustkorb, der sich zum Bauch V-förmig verjüngt. Der Kopf ist höher als breit.
Wie alle Konstitutionstypen kommt auch der athletische Typus selten in der reinen Form vor wie er hier skizziert wurde. Meist ist er mehr oder weniger stark mit einem der anderen Konstitutionstypen vermischt. - ATP
- Abkürzung für: AdeninTriPhosphat. ATP ist der Stoff, der in den Mitochondrien der Zellen als Brennstoff dient. Er kann sowohl mit Sauerstoff (= aerob) als auch ohne Sauerstoff (= anaerob) verbrannt werden. Dabei entsteht, sozusagen als Asche, AdeninDIphosphat (ADP), das mit Kreatinphosphat zurück zum Brennstoff ATP verwandelt werden kann. Durch diesen Kreislauf kann die Muskelzelle zwanzig bis vierzig Sekunden ohne Brennstoffzufuhr durch das Blut arbeiten; sonst wären es nur ein bis zwei Sekunden.
- Atrophie
- Medizinisch für: Verringerung von Gewebemengen (zum Beispiel von Muskelmasse). Gewebemengen werden verringert, wenn entweder nicht so viel von diesem Muskel, Organ oder Knochen verlangt wird, dass die vorhandene Menge benötigt wird (siehe auch den Artikel "Der Körper denkt wirtschaftlich") oder wenn die Zellen des Gewebes wegen einer Erkrankung oder fehlender Nährstoffe nicht ausreichend ernährt werden kann.
- Ausbreitungseffekt
- Wenn Du Muskelgruppen trainierst wird immer ein Reiz auf alle Muskeln des Körpers ausgeübt. Das gilt auch dann, wenn Du einzelne Muskelgruppen oder Muskeln isoliert trainierst. Es werden also alle Muskeln wachsen, wenn Du trainierst, egal welchen Muskel Du trainierst; allerdings nicht im selben Maß wie der eigentlich trainierte Muskel. Der Effekt ist um so größer, je größer die trainierte Muskelgruppe ist.
- autochton
- Medizinisch: "an Ort und Stelle entstehend". Also zum Beispiel eine Thrombose, die ohne äussere Einwirkung in einer Ader entsteht. Wenn zum Beispiel eine Muskelfaser durch zu starke Belastung reißt ist dies kein autochtoner Vorgang.
- Auxotonische Muskelarbeit
- Es gibt zwei Möglichkeiten, wie der Muskel arbeiten kann: entweder er verändert seine Länge und hält die Spannung auf der gleichen Höhe (isotonische Muskelarbeit, zum Beispiel beim Heben eines Gewichtes) oder er behält die Länge des Muskels bei und verändert die Spannung (isometrische Muskelarbeit, zum Beispiel in den Armen beim Schieben).
Nur selten kommt es vor, dass eine Arbeit rein isometrisch oder isotonisch ausgeführt wird. In den meisten Fällen ändern sich zugleich die Muskellänge und die Muskelspannung. Diese Mischform nennt man auxotonische Muskelarbeit. - Averagegainer
- (sprich: Äwerätschgäiner) Mensch mit der üblichen Verteilung von Typ-1 und Typ-2-Muskelfasern und der daraus resultierenden üblichen Geschwindigkeit des Muskelwachstums. Etwa fünfzig bis sechzig Prozent aller Menschen gehören zu dieser Gruppe. Siehe auch: Fastgainer und Hardgainer. Mehr zu diesem Thema kannst du in einem Artikel zu Muskelzellen und Muskelfasern lesen.