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Bindegewebe

Was ist das eigentlich?

Die Milliarden Zellen, aus denen ein Mensch besteht, mit ihren vielfältigen Aufgaben, entwickeln sich alle aus einer einzigen Zelle: dem Ei. Das bedeutet, dass während der Entwicklung des Embryos die Zellen immer weiter spezialisiert werden, damit sie später ihre Aufgaben als Blutkörperchen, Nervenzellen oder Knochen wahrnehmen können. In einer sehr frühen Phase der Entwicklung, der 2. Schwangerschaftswoche, liegen einige wenige Zellen in drei Schichten über einander. Aus diesen drei Schichten werden in den nächsten Monaten die drei verschiedenen Funktionsgruppen des Körpers gebildet: die Organe, die Nerven, und das Bindegewebe: Häute, Adern und Knochen.

Das Bindegewebe hat die Aufgabe, die einzelnen Organe und die Nerven mit einander zu einer funktionsfähigen Einheit zu verbinden. Dazu gehören die Häute, die nicht nur den ganzen Körper umhüllen und so eine Schutzwand gegen die Außenwelt bilden, sondern auch jedes einzelne Organ umhüllen und schützen. Dadurch können auch empfindliche Organe, wie zum Beispiel die Leberzellen, gegen einander reiben und stoßen, wie es bei jeder Bewegung geschieht, ohne dass sie Schaden nehmen. Zusätzlich werden im Bindegewebe Arterien und Venen an die "Arbeits-Gewebe" geführt, so dass sie mit Nährstoffen versorgt und von Abfall entsorgt werden können.

Aus diesem Grund sind auch alle Muskeln und ihre Untereinheiten, die Muskelbündel und die Muskelfasern, von Bindegewebe umhüllt. Einerseits sorgt es dafür, dass die Muskeln bei ihren Bewegungen an einander entlang gleiten können, andererseits werden so die einzelnen Muskelzellen besonders stark mit Nährstoffen versorgt.

Geweberisse - Narben im Bindegewebe

Viele Bodybuilder ärgern sich über feine, dunkle Linien in der Haut, die besonders dort auftreten, wo sie starke Muskelzuwächse verzeichnen, zum Beispiel am Bizeps. Diese sogenannten "Geweberisse" sind nicht nur unschön, sie jucken oft auch fürchterlich.

Wenn Du einen Muskel sehr stark trainierst wächst er natürlich. Das ist ja der Sinn der Übung. Aber wenn Du Pech hast kommt die Haut, die den Muskel umgibt, nicht so schnell hinterher. Weil sie so fein ist, reißt sie. Sofort schickt der Körper seine Reparaturtrupps, es wird sehr schnell eine andere Gewebesorte, das Narbengewebe, eingebaut. Das sieht aber etwas dunkler aus. So entstehen die dunklen Linien, und das Jucken entsteht während der Heilung der Risse, während das Narbengewebe aufgebaut wird.

Leider ist Narbengewebe ziemlich dauerhaft. Deswegen werden die Zellen des Narbengewebes nur sehr langsam, oft im Laufe von Jahren, gegen normale Bindehautzellen ausgetauscht. Die Risse bleiben deshalb oft jahrelang sichtbar. Manchmal bleiben sie sogar für den Rest des Lebens bestehen.

Was kannst Du gegen diese Risse tun? Wenn sie erst mal da sind: nichts! Manchmal wird die Einnahme von Zink empfohlen, weil es das Zellwachstum anregt. Nett, dann wächst das Narbengewebe schneller. Juckt wenigstens nicht so lange. Schwangeren wird oft empfohlen, sich den Bauch mit Öl einzureiben (auch Schwangerschaftsstreifen sind nichts anderes als Geweberisse). Das ist sicher sehr angenehm. Hilft aber nicht. Warum sollte Öl, das auf die Haut gerieben wird, Risse im Inneren des Körpers beeinflussen?

Falls Du weißt, dass Du zu Geweberissen neigst, kannst Du nur versuchen, durch weniger intensives Training die Muskeln langsamer wachsen zu lassen und dadurch der umhüllenden Haut die Chance geben, dem Muskelwachstum hinterher zu kommen. Alles andere hat keinen Erfolg.



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