Bänder
Eine zusätzliche Sicherung für Gelenke
Zusätzlich gibt es Bänder, die auf beiden Seiten eines Gelenks an den Knochen angewachsen sind und so verhindern, dass sie verrutschen. So wie ein Stückchen Tesafilm, den Du über ein Geschenkpapier klebst. Faustregel: je stärker ein Gelenk belastet wird, desto mehr Bänder sichern es.
Außerdem können Bänder besonders lange Sehnen, die über ein Gelenk hinweg laufen, wie eine Rolle umlenken. Das geschieht zum Beispiel bei den Fingerbeugern und den Zehenstreckern. Auf der Abbildung rechts ist als Beispiel das Halteband der Strecksehnen der Hand blau gekennzeichnet.
Weil sie bei dieser Aufgabe große Kräfte aushalten müssen bestehen Bänder aus festem Material, das sehr langsam wächst. Deswegen heilen Verletzungen der Bänder, besonders Bänderdehnungen und Bänderrisse, sehr langsam. Außerdem müssen alle Bänder flexibel sein, damit sich die Gelenke bewegen können. Deshalb sind elastische Fasern aus Kollagen eingebaut, die das Band zusammenziehen. Dadurch wirkt es wie ein starkes Gummiband. Wenn diese Fasern überdehnt werden können sie sich nicht wieder ganz zusammen ziehen - sie leiern aus. Das bedeutet, dass die Gelenke instabil werden: die Knochen werden nicht mehr genau über einander gehalten, so dass sie leichter "abrutschen". Es kommt also leichter zu Auskugelungen von Gelenken. Das kannst Du nur verhindern, indem Du ein geschädigtes Gelenk weniger stark belastest, zum Beispiel indem Du kleinere Gewichte wählst. Wenn Du ein verletztes, vielleicht sogar gerissenes Band nicht sofort behandeln lässt kann es sich so stark zusammenziehen und verformen, dass es nicht gerettet werden kann. Gar nicht gut für das Gelenk.
Bänderschädigungen lassen sich am Besten durch eine Aufwärmphase vor dem eigentlichen Training verhindern. Dadurch ist es zwar schwerer, die Muskeln an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit zu bringen, wie es das Ziel im Bodybuilding ist, aber Du kannst dafür vermutlich viele Jahre länger trainieren. Deine Fortschritte sind vielleicht nicht ganz so schnell zu sehen, aber dafür auf die Dauer größer und dauerhafter.
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