Tipps für bessere Aufnahmen
Für engagierte Anfänger und Fortgeschrittene
Wohin mit der Kamera?
Normalerweise sollte die Kamera auf der halben Höhe des Motivs stehen. So ergeben sich die geringsten optischen Verzerrungen. Für eine Aufnahme des ganzen Körpers ist das etwas unterhalb des Bauchnabels, für ein Porträt sind es die Augen, die den Mittelpunkt bilden.
Mit leicht versetzten Höhen kannst Du aber die Proportionen eines Körpers ein wenig verändern. Wenn der Oberkörper zu klein wirkt, wirst Du dies optisch ein wenig verbessern können, indem Du die Kamera höher als den Nabel plazierst. Dadurch wird der Oberkörper etwas größer abgebildet, der Unterkörper dagegen etwas kleiner. Um den Unterkörper und die Beine zu betonen setzt Du die Kamera etwas tiefer als der Nabel.
Diese Änderung der Position sollte aber nicht zu groß werden, wenn der Trick verborgen bleiben soll. Wenn Du aber absichtlich die Position zur Bildgestaltung einsetzen willst, solltest Du sie sehr stark betonen. Wenn Du dein Modell von sehr weit unten betrachtest und dabei nach oben schaust wird der Betrachter den Eindruck eines gewaltigen, übermächtigen Athleten bekommen. Bei entsprechender Muskulatur, natürlich. Umgekehrt wirkt der Blick von oben, zum Beispiel auf ein kauerndes oder liegendes Modell, wie ein Sieg des Betrachters über das Modell. Ganz besonders, wenn das Modell dabei nicht in die Kamera schaut. Wie gut solche Effekte wirken hängen vom Motiv und der Muskulatur des Modells ab.
Körperteile betonen
- Brust- und Armmuskulatur kannst Du besonders betonen, indem Du Dein Modell einen schweren Gegenstand halten lässt, zum Beispiel einen Vorschlaghammer, ein Schwert oder schwere Ketten. Wenn Dein Modell diesen Gegenstand nun noch passend bewegt bekommst Du ein besonders abwechslungsreiches Muskelspiel und viele gute Motive vor die Linse. Außerdem ist Dein Modell abgelenkt und achtet nicht mehr so stark auf die Kamera.
- Einen größeren Bizeps erhältst Du, wenn Du den Oberarm gegen den Brustkorb drückst. Breitere Oberschenkel kannst Du vorzeigen, wenn Du die Beine an einander presst. Besonders gut geeignet für seitliche Ansichten.
- Wenn Du die Beine Deines Modells besonders gut darstellen willst, lässt Du es sich auf die Zehenspitzen stellen. Dadurch werden nicht nur die Waden-, Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur besser definiert, sondern Dein Modell wirkt auch wesentlich länger und dadurch eleganter. Besonders gut geeignet für Rückenansichten.
- Ein leichter Ölfilm im Bereich des zu betonenden Körperteils erzeugt bei der richtigen Beleuchtung einen Glanzeffekt, der das Auge des Betrachters an genau diese Stelle lenkt. Sorge unbedingt dafür, dass Du keine scharfen Übergänge erzeugst. Der Ölfilm muss also zu den unbetonten Stellen hin verstrichen werden.
Dynamische Fotos
Damit ein Foto aussieht, als ob es eine zufällige Bewegung perfekt eingefangen hätte, ist es am Besten, Dein Modell diese Bewegung tatsächlich machen zu lassen. Immer und immer wieder. Wenn Du jetzt eine große Zahl Fotos von diesem Motiv machst (einen halben Film oder mehr) hast Du später genug Auswahl, um daraus ein "perfektes" Foto auszuwählen. Begehe bitte nie den Fehler, mehr als ein Foto aus einer Serie für perfekt zu erklären, auch wenn Du es noch so gerne möchtest.
Ein Foto wirkt besonders dann dynamisch, wenn das Modell nicht symmetrisch in der Bildmitte steht. Eine kleine Drehung des Körpers, vielleicht zu einer Fotoleuchte hin, oder ein gedrehtes Bein wirken oft Wunder.
Großer Effekt durch große Formate
Wenn Du Deine besten Aufnahmen ausgewählt hast solltest Du sie angemessen präsentieren. Lass sie in einem besonders großen Format abziehen. Besonders geeignet sind die Formate 18x24 und 20x30. Kostenpunkt: ein bis zwei € pro Abzug; achte auf Sonderaktionen Deines Fotohändlers.
Die bessere Wirkung großer Formate kommt dadurch zustande, dass der Betrachter das Bild nicht mit einem einzigen Blick erfassen kann sondern sozusagen mit den Augen auf dem Foto spazieren gehen muss. So verweilt er länger bei einem einzigen Foto und erkennt zugleich unbewusst viel mehr Details (auf die Du, wie gesagt, immer sorgfältig achten solltest!). Das Bild wirkt also interessanter, besser.
Wer größere Abzüge als 20x30 machen möchte sollte von vornherein mit einem Diafilm oder einem Film mit niedriger Empfindlichkeit (z.B. 15 ASA) fotografieren. Die Filme, die normalerweise im Handel zu bekommen sind, sollen auch bei schlechtem Licht gut belichtete Bilder liefern. Aus chemischen und physikalischen Gründen werden sie dadurch ein wenig unschärfer als die oben empfohlenen Filme. Bei den üblichen Formaten ist das nicht zu erkennen, aber bei starken Vergrößerungen fällt diese Unschärfe auf: der Betrachter kann kleine Körner erkennen. Filme niedriger Empfindlichkeit und Diafilme weisen diesen Effekt erst viel später auf.
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