Der geeignete Platz für Aufnahmen
Ein geeigneter Ort muss folgende Bedingungen erfüllen:
- Er muss Platz bieten.
- Er muss hell sein.
- Er muss warm sein.
- Er muss windgeschützt sein.
- Er muss vor den Blicken Anderer geschützt sein.
- Er muss eine Dusch- oder Bademöglichkeit bieten.
Sehr günstig ist zum Beispiel ein Wohn- oder Schlafzimmer mit einem großen Fenster. Wohnräume sind außerdem oft mit weißer Rauhfaser tapeziert und bieten dadurch gute Aufheller. Mit dem Platz ist das allerdings so eine Sache: Hanteln, Requisiten, ein Fotograf und ein Modell (oder mehr) brauchen viel Raum um sich zu bewegen. Deshalb sollte der Raum zuvor möglichst komplett ausgeräumt werden. Schon fangen die Probleme an.
Die freie Natur bietet ebenfalls viele gute Stellen für Aufnahmen an, und oft gibt es einen kleinen See oder einen Bach, damit sich das Modell Öl, Farben oder einfach nur Sand abwaschen kann (sehr, sehr wichtig!). Genauso wichtig ist aber, dass dieser Platz auch windgeschützt ist: ein frierendes Modell liefert keine guten Bilder! Besonders wichtig ist, einen sehr ruhigen Platz zu finden. Der Athlet fühlt sich sofort unwohl, wenn er sich von Fremden begafft fühlt, selbst wenn niemand zu sehen ist. Bedenke bitte auch, dass der Ort lange Zeit ruhig bleiben muss. Gute Fotos brauchen viel Zeit, und schon ein oder zwei Spaziergänger während eines Shootings machen ein sinnvolles Arbeiten unmöglich.
Manchmal bieten Ruinen oder stillgelegte Fabrik- und Lagergebäude überaschend gute Motive für Aufnahmen. Meist gibt es hier aber schwierige Lichtverhältnisse; nur ein Fotograf, der bereits Erfahrungen mit Licht und Schatten gemacht hat, sollte sich an diese Aufgabe wagen. Außerdem gibt es hier meist keine Waschgelegenheit, die aber gerade hier besonders wichtig wird: solche Orte sind selten sauber. Nimm deshalb zu einer solchen Aufnahme reichlich Frotteetücher mit, um den Athleten wenigstens abreiben zu können.
Oft ist es sinnvoll, einen ruhigen Hintergrund zu haben. In diesem Fall sind zwei Bettlaken (weiß oder - besser - schwarz, zu Beginn keine anderen Farben) eine große Hilfe. Eines wird mit doppelseitigem Klebeband an einer Wand befestigt, das andere so auf den Boden gelegt, dass es mit dem Tuch an der Wand eine Einheit bildet. Das Laken am Boden wird in zwanzig bis 30 Zentimetern Höhe ebenfalls an der Wand angeklebt und so gelegt, dass sich eine Rundung ergibt. Auf den Bildern ist dann keine störende Ecke zu sehen. Das wirkt sehr gut. Professionelle Fotografen machen es nicht anders.
Wenig Sinn macht es, auf Contests zu fotografieren. Dort stimmen weder Licht noch Blickwinkel für den Fotografen. Der Athlet wird sich wohl kaum vom Fotografen leiten lassen, der hat andere Sorgen. Für's Erinnerungsalbum sind solche Aufnahmen zwar großartig, aber Du wirst dem Athleten besser gerecht, wenn ihr Euch die Zeit und Mühe macht, einen eigenständigen Fototermin zu vereinbaren.