Fotos für's Internet
Klar. Das Wichtigste zuerst: Überlege Dir genau, welche Fotos Du veröffentlichen willst! Denn was Du ins Netz stellst kannst Du nicht mehr zurückholen! Ich rede nicht davon, dass viele Menschen Dein Foto sehen, das sollen sie ja. Ich rede davon, dass sie es auch kopieren, versenden, in eigene Seiten einbauen können, ohne dass Du es verhindern kannst. Und genau das wird auch geschehen! Es gibt viele Versuche, Besucher davon abzuhalten, Fotos aus dem Netz zu "klauen". Sie sind letztlich erfolglos, denn in jedem Fall werden die Bilder auf dem Bildschirm angezeigt. Von dort kann es mit Hilfsprogrammen per Screenshot ohne Qualitätsverlust kopiert werden. Alle Versuche, das Bild vor dem Kopieren zu schützen sind schon deshalb sinnlos. Das Copyright ist zwar auf Deiner Seite, aber was nützt es Dir, wenn Du es nicht durchsetzen kannst? Die Frage ist also nicht, wie der Diebstahl eines Fotos zu verhindern ist, sondern ob Du damit leben kannst. Das ist das Kriterium, nach dem Du Bilder fürs Internet auswählen solltest.
Um ein Foto auf dem Bildschirm geniessen zu können musst Du es komplett sehen. Es gibt also eine Größenbeschränkung. Da wir es meist mit stehenden Menschen zu tun haben ist die Höhe des Bildes wichtiger als die Breite. Deswegen solltest Du Deine Bilder für das Netz nicht höher als 600 Pixel werden lassen. Dann wird auf vielen Bildschirmen zwar nich das gesamte Bild gezeigt, aber oben und unten sind sowieso fast immer Bereiche, die "zuviel" sind. Falls Du es ganz genau nehmen willst sollten 500 Pixel Höhe reichen.
Die Geschwindigkeit, mit der im Internet Dateien übertragen werden, ist recht gering. Wer seine Besucher nicht mit langen Wartezeiten vertreiben will sollte auf kleine Dateien achten. Keine Datei darf größer als 60 kB sein! Wenn es nicht höher als die genannten 600 Pixel ist, sind 30 bis 40 kB realistisch. Um das zu schaffen solltest Du das Bild im JPEG-Format abspeichern und dabei mit der Komprimierung ein wenig experimentieren: je stärker Du komprimierst, desto schneller wird zwar die Datei übertragen, aber gleichzeitig verliert das Bild an Qualität. Bei Deinen Versuchen solltest Du also unbedingt mit einer Kopie des Bildes arbeiten, nie mit dem Original!
Dann ist da noch die Sache mit der Farbe. Die stimmt nämlich nie. Die Pixel eines Computerbildes beschreiben mit einer Zahl, welche Farbe sie haben. Diese Zahl muss die Grafikkarte wieder zurück in eine Farbe umwandeln. Das Ergebnis ist bei jeder Grafikkarte etwas anders: mal etwas heller oder dunkler, mal ist das Bild etwas mehr rot oder blau als es Dein Computerbildschirm anzeigt. Von den mehr als 16 Millionen Farben, die ein Bildschirmpunkt anzeigen kann, sind gerade mal 240 sicher. Das ist zu wenig für ein gutes Farbfoto. Außerdem können Laptops und Handheld-Computer oft nur 32.000 Farben darstellen, was die Farben natürlich auch verfälscht.
Dies Problem kannst Du umgehen, indem Du keine Farbfotos ins Internet stellst, sondern Schwarzweißbilder. Jedes normale Grafikprogramm beherrscht den Trick, Farben in Grautöne umzurechnen. Du erreichst damit gleich mehrere Effekte:
- Das Foto wird wesentlich genauer dargestellt, die Abweichung von Deiner Version ist nur sehr gering.
- Die Datei wird kleiner - ein Grauwert braucht nur ein Byte, ein Farbwert vier. Das bedeutet, dass die Ladezeit sinkt.
- Dein Foto wirkt viel besser, künstlerischer.
Auf den letzten Punkt sollten wir kurz eingehen. Hier streifen wir wieder einmal die menschliche Psychologie. Ein Farbfoto wird nämlich von uns als Abbild des wirklichen Lebens empfunden. Es wirkt alles so, wie wir es auch im echten Leben sehen. Das Farbbild zeigt also einen ganz normalen Menschen auf ganz normale Art.
Aber das wollen wir gar nicht! Wir wollen einen besonderen Menschen zeigen, einen Athleten, der sehr viel Zeit und Mühe aufwendete, seinen Körper zu formen und zu einem ästhetischen Kunstwerk zu machen. Das betont der Fotograf, indem er den Körper nicht "so wie immer" zeigt. Er könnte zum Beispiel von seinem Modell ungewöhnliche Körperhaltungen verlangen oder Umgebungen und Requisiten wählen, die der Betrachter der Fotos nicht oft sieht. Der Verzicht auf Farben bewirkt das selbe, und sogar stärker als die normalen Ungewöhnlichkeiten. Jeder, der das Schwarzweißbild betrachtet, sieht sofort: "Dies ist nicht die Wirklichkeit, sondern ein Bild. Ich darf genauer hinsehen." Denn wie war das mit dem genauen Betrachten eines Menschen? "Das tut man nicht!", haben wir schon als Kinder gelernt. Wenn ein Bild wie die Wirklichkeit aussieht, dann wird dieser Mechanismus nur zu einem Teil abgeschaltet. Bei einem Schwarzweißfoto ist der Abstand zur Realität größer. Darum fällt uns leichter ein: "Ach ja, wir dürfen unhöflich sein! Wir dürfen genau hinschauen!" Deshalb wird ein Schwarzweißfoto intensiver betrachtet - und der Betrachter kann seine Freude am Kunstwerk Mensch viel eher empfinden.
Ein letzter Punkt: was brauchen wir für Hilfsmittel? Am Besten eine Digitalkamera, aber auch ein Scanner für Abzüge ist gut. Wer nicht ausschließlich für das Internet fotografieren will sollte sowieso zu den traditionellen Filmen greifen, denn die haben noch für lange Zeit die bessere Qualität. Ein kleines, nettes Grafikprogramm ist auch sinnvoll. Linux-User haben The Gimp (gibt es auch für Windows), die Apple-Besitzer lesen diesen Abschnitt gar nicht. Unter Windows gibt es viele gute Programme. Meist wird ein ausreichendes Programm mit den Digitalkameras oder den Scannern mitgeliefert. Nur selten brauchst Du mehr.