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Ein Beispiel für zu geringe Kontraste

Schlechtes Körperrelief durch zu viel Schatten und ein Badehosenstreifen

Das Foto lässt erahnen, dass der Athlet gut entwickelte Muskeln hat. Leider kann der Betrachter es nicht wirklich sehen. Der Grund dafür: der Athlet steht unter einem Baum im Schatten. Es gibt nicht genug Kontraste, die die Muskeln darstellen. Nirgendwo leuchtet der Körper hell auf, nirgendwo zeigt der Körper einen tiefen Schatten. Dadurch wirkt der Athlet nicht so muskulös wie er könnte. Die Details des Muskelreliefs gehen in den Hautfarben verloren. Da hilft auch kein Öl, denn wo keine Sonne hinfällt kann sie auch nicht reflektiert werden.

Noch schlimmer sind die Lichtflecken, die auf Oberschenkel und Bizeps zu sehen sind. Sie entstehen durch die Baumkrone und lenken den Blick zufällig auf irgendwelche Stellen, die eigentlich nicht betont werden sollten. Außerdem ist der Bildhintergrund sehr unruhig und lenkt das Auge des Betrachters ab. Der Busch im Hintergrund zeigt mehr Kontraste als der Körper des Modells und ist dadurch für das Auge des Betrachters interessanter. Der Himmel und die Villa im Hintergrund sind sehr hell und ziehen dadurch ebenfalls ungewollte Aufmerksamkeit auf sich. Zusätzlich versucht die Belichtungselektronik, die in den meisten Kameras eingebaut ist, auch diese Bereiche möglichst gut zu erfassen und verringert dadurch noch einmal den Kontrast, der für den Körper übrig bleibt.

Warum zeige ich hier eigentlich einen Akt? Um die ungleichmäßige Bräunung des Körpers zu verdeutlichen! Der Badehosenstreifen und die hellen Beine sind schlecht "trainierte" Hautbereiche (siehe auch den Artikel Mit Haut und Haar im Kapitel Ästhetik). Der Rücken ist dagegen sehr stark gebräunt. Dadurch werden wieder einmal Bereiche betont, die nicht unbedingt betont werden sollten. Du kannst hier gut erkennen, dass es besser ist, entweder gleichmäßig gebräunt oder - besser - ungebräunt vor die Kamera zu treten.

Vorbildlich an diesem Foto ist der Bildausschnitt. Der Körper des Athleten ist vollständig zu sehen, er füllt zugleich die Bildfläche komplett aus. Viele Fotografen neigen dazu, viel zu weit vom Modell entfernt zu stehen. Außerdem befindet sich die Kamera auf der richtigen Höhe, um unnötige Verzerrungen zu vermeiden: etwa auf der Höhe des Bauchnabels des Athleten.

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